Unkraut jäten leicht gemacht

Larissa Köberlein | Lesedauer: 12 Minuten | 06.09.2022

Wie schön ist es, einen eigenen Garten zu haben! Es ist ein Traum, zu jeder Zeit frisches Obst, Gemüse und Blumen in Hülle und Fülle genießen zu können. Wenn doch nur das Unkraut nicht wäre!

Was ist eigentlich Unkraut? Müssen alle Unkräuter weg oder können bestimmte Arten auf dem Beet bleiben? Gibt es umweltfreundliche Möglichkeiten, um den Garten langfristig unkrautfrei zu halten? Wir haben die wichtigsten Informationen und Tipps für sie zusammengestellt.

Unkraut jäten

Warum muss man Unkraut jäten?

Um das Jäten kommt man nicht herum! Die Entfernung ist notwendig, damit sich Nutz- und Zierpflanzen wie gewünscht entwickeln und ausbreiten können. Unkräuter verdrängen Nutzpflanzen und den notwendigen Platz oberhalb und auch unterhalb der Erdoberfläche. Sie entnehmen dem Boden wertvolle Nährstoffe, sodass die Nutzpflanzen nicht mehr ausreichend versorgt werden. Mit mit stabilen Ranken können spezielle Beikräuter sogar das Abknicken der Gartenpflanzen bewirken. Regelmäßiges Jäten ist eine wirksame und zugleich eine umweltschonende Methode, um Herr über den unerwünschten Bewuchs zu werden und die Gartenpflanzen vor der starken Konkurrenz zu schützen.

Als Unkraut werden Pflanzen bezeichnet, die sich ungewollt im Garten ansiedeln. Sie entwickeln sich ...

  • durch Samenüberschüsse

  • durch den Zuflug von Samen

  • über Wurzelausläufer

Typische Beispiele sind Löwenzahn, Mohn, Gänseblümchen, Taubnessel oder Klee. Sie sind hübsch anzusehen, einige von ihnen haben einen festen Platz in der Heilkunde. Im Rasen oder auf dem Gemüsebeet stören sie jedoch. Das wichtigste Merkmal der Unkräuter ist, dass sie an der Stelle, wo sie sich befinden, unerwünscht sind. Häufig werden die Bezeichnungen Beikräuter, Begleitkräuter oder Wildkräuter verwendet.

Werkzeuge erleichtern das Arbeiten

Ganz ohne Mühe geht es nicht. Der Gartenfachhandel hält jedoch eine große Auswahl geeigneter Werkzeuge bereit, um Ihnen die Arbeit zu erleichtern. An erster Stelle stehen Hacken in verschiedenen Ausführungen und Größen, doch es gibt noch mehr! Kennen Sie zum Beispiel eine Schuffel oder haben Sie schon einmal etwas vom Gartendisk gehört? Diese beiden Geräte sollten in keinem Garten fehlen.

Schuffel

Die Schuffel besteht aus einer Metallplatte mit angeschliffenen Kanten. Wird das Werkzeug durch den Boden gezogen, werden die Wurzeln des Unkrauts durchtrennt. Von Vorteil ist, dass dem Beet bei dieser Bearbeitung keine Erde entnommen wird und der obere Pflanzenteil ganz einfach liegen bleiben darf. Er vertrocknet in der Sonne. Auf dicht bewachsenen Staudenbeeten ist die Schuffel allerdings ungeeignet, da sie die Blumen verletzen könnte. Am besten lässt sich das Werkzeug zwischen geraden Reihen aus Kohl, Salat oder anderem Gemüse einsetzen. Wurzelunkräuter lassen sich mit der Schuffel nicht beseitigen. Sie werden zwar geschwächt, treiben jedoch immer wieder aus.

Gartendisk

Ein weiteres unbekanntes und doch sehr nützliches Werkzeug ist der Gartendisk. Wer das funktionelle Gartenwerkzeug einmal ausprobiert hat, will es nicht mehr missen. Es handelt sich um ein kreisrundes Unkrautmesser, mit dem ungeliebte Unkräuter im Handumdrehen abgeschnitten werden können. Die runde Messerform ermöglicht das Abschneiden in alle Richtungen. Auch für die Unkrautentfernung in Fugen ist der Gartendisk perfekt geeignet.

Welches Gartenwerkzeug für welchen Einsatz?

Um Unkraut auf dem Beet zu beseitigen, empfehlen wir ...

  • Sauzahn

  • Grubber

  • Unkrautstecher

  • Gartendisk

  • Jäthacke

  • Jätschlinge

Wenn Sie dem Unkraut oder Moose zwischen Pflastersteinen oder Gehwegplatten den Garaus machen wollen, unterstützen Sie ...

  • Fugenkratzer

  • Fugenmesser

  • Gartendisk

Auf der Rasenfläche beseitigen Sie unerwünschte Beikräuter am besten mit ...

  • Kreuzhacke

  • Unkrautstecher

  • Löwenzahnzieher

Wie wird Unkraut richtig gejätet?

Am besten gelingt die Entfernung des Unkrauts, wenn der Boden leicht feucht ist. Dann lassen sich die Pflanzen mitsamt der Wurzel leicht herausziehen. Fassen Sie immer am Wurzelhals an, ansonsten besteht die Gefahr, dass der obere Pflanzenteil abreißen und die Wurzel im Boden bleiben könnte. Ziehen Sie nur langsam.

Für das Jäten mit der Hacke sollte der Boden feucht, aber nicht nass sein. Nasses Substrat würde an der Hacke kleben bleiben.
Lockern Sie die Erde zunächst auf und entfernen Sie die Pflanzen aus dem Boden. Für flachwurzelnde Kräuter eignet sich eine Handhacke. Tiefwurzler werden mit dem Unkrautstecher aus dem Boden gehebelt. Stechen Sie dazu dicht neben der Wurzel ein und ziehen Sie das Unkraut am Wurzelhals hinaus.

Verschiedene Unkrautarten

Unkräuter lassen sich nach ihrer bevorzugten Verbreitungsart in Wurzelunkräuter und Samenunkräuter unterscheiden. Diese Einteilung ist wichtig, um die richtige Methode zur Entfernung zu finden.

Zu den Wurzelunkräutern gehören zum Beispiel:

  • Giersch

  • Ackerwinde

  • Brennnesseln

  • Weißklee

  • Ackerschachtelhalm

  • Quecke

Sie verbreiten sich über die Wurzeln. Das Umweltbundesamt warnt davor, Wurzelunkräuter mit der Hacke bearbeiten zu wollen. Aus jedem Stück der Wurzeln kann eine neue Pflanze entstehen und so wird die Situation immer schlimmer. Ziehen Sie Wurzelunkräuter möglichst vollständig aus der Erde. Ein Unkrautstecher oder eine spezielle Gierschgabel können dabei helfen.

Typische Beispiele für Samenunkräuter sind:

  • Wegerich

  • Wolfsmilch

  • Kornblume

  • Gartenmelde

  • Vogelmiere

  • Hirtentäschel

Samenunkräuter sind meistens einjährig. Sie verbreiten sich über Samen, die der Wind über die Beete verteilt. Wenn der Nachbargarten voller Samenunkräuter ist, können Sie Ihre Beete kaum vor der unerwünschten Besiedlung schützen. Unkrautsamen sind ausgesprochen robust. Um ihre Ausbreitung einzudämmen, müssen Sie sie an der Samenbildung hindern. Entfernen Sie die Unkräuter spätestens, wenn sie blühen. Regelmäßiges Hacken hilft, der Bildung neuer Samenunkräuter vorzubeugen. Lassen Sie die Wurzeln gut trocknen, bevor sie auf dem Kompost landen.

Neben den Kräutern, die den Samen- oder Wurzelunkräutern zuzuordnen sind, gibt es spezielle Arten, die es dem Hobbygärtner besonders schwer machen. Sie vermehren sich sowohl über die Samen als auch über ihre Wurzeln.

Zu dieser Kategorie gehören:

  • Löwenzahn

  • Gänseblümchen

Hinweis:

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie sich auf einer frisch angelegten Beetfläche so schnell Unkraut ansiedeln kann? Unkrautsamen überdauern mehrere Jahre im Boden. Wenn Sie eine Fläche umgraben, werden die Samen nach oben geholt, wo sie geeignete Bedingungen zum Keimen vorfinden.

Unkraut verbannen ohne Chemie!

Unkrautentfernung ist kräftezehrend. Da liegt der Wunsch nach schnellen und weniger anstrengenden Lösungen nahe. Der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln ist allerdings keine gute Idee! Ihre Verwendung schadet der Umwelt. Es besteht die Gefahr, dass sich Resistenzen bilden. Sogenannte Superunkräuter können entstehen, die die Situation verschlimmern.

Herbizide haben Auswirkungen auf das Grundwasser. Sie beeinträchtigen Seen und Fließgewässer. Ihr Einsatz gefährdet das Leben der Vögel und Insekten, bringt Bodenlebewesen in Gefahr und verschlechtert die Bodenqualität. Bedenken Sie immer, dass Unkrautvernichtungsmittel nicht zwischen Unkräutern und Nutzpflanzen unterscheiden können.

Hinweis:

Auf befestigten Flächen ist der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln verboten. Wer die zum Schutz der Umwelt getroffenen Regelungen missachtet, kann mit Bußgeldern bis 50.000 Euro bestraft werden.

Zum Schutz vor Unkraut auf Gehwegen und Terrassen leisten Fugenkratzer mit Borsten aus Stahl eine gute Hilfe. Schon ein harter Straßenbesen kann die Ansiedlung in den Zwischenräumen verhindern. Jungen Unkräutern machen Sie mit kochendem Wasser den Garaus. Verwenden Sie zum Füllen der Fugen unkrauthemmenden Fugensand.

Nützliche Unkräuter

Wussten Sie schon, dass es sogar nützliche Unkräuter gibt? Nicht jedes Pflänzchen, welches sich ungewollt in Ihrem Garten ansiedelt, muss entfernt werden. Lernen Sie die Pflanzen besser kennen. Lassen Sie sich überraschen, was in den kleinen Kräutern steckt. Wir haben eine Auswahl nützlicher Wildkräuter zusammengestellt, denen Sie in Ihrem Garten ein Plätzchen einräumen sollten.

Brennnessel

Die Brennnessel gehört nicht gerade zu den beliebtesten Pflanzen, doch sie hätte durchaus mehr Anerkennung verdient. Zerkleinerte Brennnesselblätter im Pflanzloch geben Tomatenpflanzen einen guten Start. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge finden wertvollen Nektar in den Brennnesselblüten. Brennnesselsud hilft ganz ohne chemische Zusätze gegen Schädlinge an Nutz- und Zierpflanzen. Brennnesseljauche ist ein wirksames Pflanzenstärkungsmittel.

Löwenzahn

Löwenzahnblüten lassen sich zu köstlichen Fruchtaufstrichen verarbeiten. Die Blätter und Blüten sind voller wertvoller Vitamine und ergeben einen gesunden Salat. Bienen und blütenbesuchende Insekten lieben die Pflanze mit den leuchtend gelben Blüten.

Vogelmiere

Vogelmiere ist eine wichtige Zeigerpflanze. Dort wo sie wächst, ist der Boden nahrhaft und perfekt zum Anlegen von Gemüsebeeten geeignet.

Sauerampfer

Sauerampfer schlägt zerkleinert im Salat verzehrt der Frühjahrsmüdigkeit ein Schnippchen. Er steckt voller Vitamine und Mineralstoffe. Wo das Wildkraut wächst, ist der Boden sehr sauer. Hier könnte eine Kalkung sinnvoll sein.

11 Tipps für einen unkrautarmen Garten

Kann man der Neuansiedlung von Unkraut wirksam vorbeugen? Vollständig verhindern können Sie die Unkrautbildung nicht. Selbst eine Glasglocke über dem Garten würde nicht ausreichen. Wenn Sie unsere Tipps beachten, können Sie den Aufwand jedoch erheblich verringern.

Tipp 1: Regelmäßig jäten

Lassen Sie die Beikräuter nicht erst groß werden. Entfernen Sie sie sofort, wenn sie aus dem Boden kommen. Das Risiko der Ausbreitung und Vermehrung ist groß. Bedenken Sie, dass einige Arten extrem schnell wachsen.

Tipp 2: Leere Flächen vermeiden

Biogärtner wissen, dass bedeckter Boden vor dem Auslaugen und Austrocknen geschützt ist. Gleichzeitig reduziert ein kontinuierlicher Bewuchs die Ausbreitung unerwünschter Beikräuter. Bodendecker bilden undurchdringliche Teppiche. Besonders schwer zugängliche, trockene Stellen können mit den niedrig wachsenden Pflanzen begrünt und vor Wildwuchs geschützt werden. Geeignete und sehr dekorative Bodendecker sind

  • Frauenmantel

  • Goldbeere

  • Storchenschnabel

  • Mittagsblume

  • Polsterphlox

  • Sonnenröschen

Tipp 3: Gesundheit der Nutzpflanzen stärken

Je gesünder Ihre Nutz- und Zierpflanzen sind, umso mehr Widerstand können sie gegen Unkräuter leisten, die sich auf dem Beet breitmachen wollen. Schwache Pflanzen dagegen werden schnell vom Unkraut verdrängt.

Tipp 4: Rasenpflege

Für einen unkrautfreien Rasen sind eine angepasste Düngung und gründliches Vertikutieren erforderlich.

Tipp 5: Quarantäne für neue Pflanzen

Stellen Sie neuerworbene Pflanzen zunächst etwas abseits und warten Sie ein bis zwei Wochen, ob sich im Pflanztopf Unkraut zeigt. Vor allem lästige Wurzelunkräuter verbreiten sich gern auf diesem Weg.

Tipp 6: Kompost mit Sorgfalt entwickeln

Der Kompost wird als das Gold des Gärtners bezeichnet. Dazu müssen Sie jedoch genau beachten, was auf dem Kompost landet. Geben Sie Obacht auf Samen- und Wurzelunkräuter. Wurzelunkräuter gehören in den Hausmüll oder die Biotonne. Samenunkräuter dürfen nur frei von Samen auf den Kompost.

Tipp 7: Mulchen

Erfahrene Gärtner setzen beim Unkrautschutz auf das Mulchen. Schon eine etwa fünf Zentimeter dicke Schicht Grasmulch schützt vor unerwünschtem Bewuchs. Sollte sich doch ein Kräutlein ansiedeln, lässt es sich einfach entfernen. Mulchen schützt vor Austrocknung und versorgt den Boden mit zusätzlichen Nährstoffen. Alternativ können Mulchfolien zum Einsatz kommen.

Tipp 8: Gründlich umgraben

Wenn der Unkrautbewuchs stärker ist, graben Sie die Fläche im Herbst spatentief um und entfernen Sie alle sichtbaren Wurzeln. Entsorgen Sie diese nicht auf dem Kompost, sondern in der Biomülltonne. Decken Sie die Fläche mit einer dicken Schicht aus Grasschnitt, Strohhäckseln oder Rindenmulch ab. Die Mulchschicht führt zum Absterben der Unkräuter. Entfernen Sie die Mulchreste nach den Wintermonaten und kontrollieren Sie das Beet erneut auf sichtbare Wurzeln. Entsorgen Sie auch diese.

Tipp 9: Gründüngung im Frühjahr

Buchweizen, Raps, Kapuzinerkresse, Feldsalat oder Senf eignen sich ausgezeichnet als Gründüngung. Sie verbessern den Boden und verdrängen bei einem leichten Befall die Wurzelunkräuter. Säen Sie die Gründüngung ganz dicht aus.

Tipp 10: Kalkstickstoff streuen

Das Ausbringen von Kalkstickstoff ist eine Möglichkeit, um störendes Unkraut zu entfernen. Streuen Sie etwa 20 Gramm pro Quadratmeter aus. Die Methode darf aufgrund der Düngewirkung nicht zu oft wiederholt werden.

Tipp 11: Walnusslaub nutzen

Haben Sie einen Walnussbaum im Garten? Das Laub macht dem Unkraut schnell den Garaus. Verteilen Sie es auf dem abgeernteten Gemüsebeet. In den Blättern ist keimhemmende Gerbsäure enthalten. Besonders gut wirkt die Walnusslaub-Methode an trockenen, sonnigen Tagen.

Fazit

Lassen Sie sich vom Unkraut nicht den Spaß am Garten vermiesen. Mit etwas Geduld, gutem Werkzeug und dem Wissen über die Besonderheiten der kleinen Pflanzen schützen Sie Ihre Beete vor unerwünschten Bewuchs.

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